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Zukunftswerkstatt: Lehrkräfteausbildung im Digital Making Place

Was passiert, wenn Seminarausbilder:innen nicht nur über digitale Bildung sprechen, sondern selbst ausprobieren, gestalten, produzieren – und dabei neue Möglichkeiten für ihre Ausbildungsarbeit entdecken?

Am 10. September 2026 wollen wir das am ZfsL Engelskirchen ausprobieren. Rund 60 Seminarausbilder:innen aus den Lehrämtern Grundschule, Sonderpädagogische Förderung sowie Gymnasium/Gesamtschule werden einen Tag lang die Möglichkeiten unserer Digital Making Places (DMP) erkunden.

Dabei geht es um mehr als um neue Geräte oder digitale Werkzeuge. Hinter der Zukunftswerkstatt steht eine grundsätzlichere Frage:

Wie können wir Lernräume gestalten, in denen Menschen selbst tätig werden, ausprobieren, gestalten, verwerfen und weiterdenken – und was bedeutet das für die Lehrkräfteausbildung?

Nicht über Digitalität reden – Digitalität erfahren

Fortbildungen zu digitalen Themen folgen nicht selten einem vertrauten Muster: Ein neues Werkzeug wird vorgestellt, Funktionen werden erklärt und anschließend wird darüber gesprochen, wie es vielleicht im Unterricht oder in der Ausbildung eingesetzt werden könnte.

Für unsere Zukunftswerkstatt wollen wir einen anderen Weg gehen.

Nach einem kurzen gemeinsamen Einstieg öffnen sich deshalb die Türen zu verschiedenen DMP-Studios. Seminarräume werden zu Arbeits-, Experimentier- und Produktionsräumen. Dort können die Teilnehmenden unterschiedliche Möglichkeiten erkunden, eigene Ideen entwickeln und unmittelbar ins Tun kommen.

Die Grundidee lautet:

So wenig Instruktion wie nötig, so viel eigenes Erkunden wie möglich.

Orientierung geben Challenge-Karten. Sie formulieren keine kleinschrittigen Arbeitsaufträge, sondern Herausforderungen und Ausgangspunkte. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, womit sie sich beschäftigen, wie weit sie gehen und welches Ergebnis sie entwickeln möchten.

Dabei kann beispielsweise Audio oder Video für das eigene Fach- oder Kernseminar produziert werden. Andere Challenges eröffnen andere Zugänge zum digitalen Gestalten und Produzieren.

Entscheidend ist dabei nicht, am Ende möglichst perfekte Produkte vorweisen zu können.

Entscheidend ist der Prozess.

Vom Konsumieren zum Gestalten

Dahinter steckt ein Verständnis von Digitalität, das über die Nutzung digitaler Werkzeuge hinausgeht.

Digitale Bildung bedeutet nicht nur, vorhandene Anwendungen bedienen zu können. Digitale Räume eröffnen Möglichkeiten, selbst etwas hervorzubringen: einen Film, eine Audiospur, eine Visualisierung, ein digitales Lernangebot, einen Prototyp – oder vielleicht auch eine Idee, die während des Arbeitens erst entsteht.

Aus Rezipient:innen werden Produzent:innen.

Damit verändert sich auch die Rolle der Lernenden. Wer etwas gestaltet, muss Entscheidungen treffen. Man probiert aus, stößt auf Probleme, sucht Lösungen, holt sich Unterstützung, verändert den ursprünglichen Plan – und lernt dabei häufig Dinge, die sich vorher kaum vollständig planen ließen.

Gerade für Seminarausbilder:innen ist diese Perspektive interessant. Denn was wir selbst als Lernende erleben, können wir anschließend mit einem anderen Blick auf die Gestaltung von Ausbildungsprozessen übertragen.

Die Zukunftswerkstatt als Lernraum

Deshalb verstehen wir die Zukunftswerkstatt auch nicht als klassische Fortbildung.

Sie soll zunächst ein Erfahrungsraum sein.

Die Teilnehmenden können Schwerpunkte selbst wählen und in ihrem eigenen Tempo arbeiten. Unterschiedliche Vorerfahrungen sind dabei kein Hindernis, sondern ausdrücklich eingeplant. Niemand muss überall dasselbe tun oder am Ende dasselbe können.

Das verändert zugleich die Rolle derjenigen, die die Werkstatt vorbereitet haben. Ihre Aufgabe besteht weniger darin, Wissen zu vermitteln, als Lernmöglichkeiten zu eröffnen, bei Bedarf zu unterstützen und Austausch anzuregen.

Damit wird die Zukunftswerkstatt selbst zum Gegenstand der Reflexion:

Wie viel Steuerung braucht professionelles Lernen eigentlich?

Wie entstehen Lerngelegenheiten, die Orientierung geben, ohne Lernwege vorzugeben?

Und welche Rolle übernehmen Ausbilder:innen in solchen Settings?

Und was hat das mit Lehrkräfteausbildung zu tun?

Am Ende soll das Experimentieren deshalb wieder zur eigentlichen Aufgabe zurückführen: zur Ausbildung angehender Lehrkräfte.

Die zentrale Frage lautet dann nicht:

Welches der ausprobierten Tools kann ich in meinem nächsten Seminar einsetzen?

Sondern:

Welche Erfahrungen aus diesem Lernraum können unsere Ausbildungsarbeit verändern?

Vielleicht entsteht daraus tatsächlich ein neues digitales Format für ein Fachseminar. Vielleicht verändert sich aber auch die Gestaltung einer Seminarsitzung, die Art einer Arbeitsaufgabe oder das Verständnis davon, wie viel Eigenverantwortung wir Lernenden zutrauen.

Und vielleicht liegt gerade darin der eigentliche Wert eines Digital Making Place: nicht in einem bestimmten Gerät, einer App oder einer Methode, sondern in einer anderen Vorstellung vom Lernen.

Lehrkräfteausbildung als Ort des Erprobens

Wer Lehrkräfte auf eine Schule vorbereitet, die sich unter den Bedingungen von Digitalität und KI tiefgreifend verändert, kann diese Veränderungen nicht ausschließlich zum Gegenstand theoretischer Auseinandersetzung machen.

Lehrkräfteausbildung braucht Orte, an denen Neues selbst erfahren und erprobt werden kann.

Orte, an denen nicht schon vorher feststeht, was am Ende herauskommt. An denen Fehler keine Störung eines geplanten Ablaufs sind, sondern zum Lernprozess gehören. An denen gemeinsam ausprobiert, diskutiert, verworfen und weiterentwickelt wird.

Die Zukunftswerkstatt am 10. September ist der Versuch, einen solchen Raum zu schaffen.

Ob das gelingt? Welche Ideen entstehen? Was davon findet tatsächlich seinen Weg in Fachseminare und Kernseminare?

Das wissen wir noch nicht.

Und genau das gehört zur Idee.

Lehrkräfteausbildung zukunftsfähig zu gestalten bedeutet nicht, die Zukunft möglichst genau vorherzusagen. Es bedeutet, Räume zu schaffen, in denen wir sie gemeinsam erproben können.

Nach der Zukunftswerkstatt werden wir an dieser Stelle darüber berichten, was aus diesem Experiment entstanden ist.

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